Corporate Design Anleitung für Berater, Coaches, Trainer, Selbständige und Kleinunternehmen

So entsteht dein Leitfaden / Handbuch für erfolgreiche Unternehmenskommunikation – auch wenn du ein Einzelkämpfer bist.

Ein Corporate Design Anleitung ist die Grundlage für deine Aussendarstellung. Kunden die dich noch nicht kennen bilden sich über die Elemente des CD einen ersten Eindruck deiner Arbeit. Das ist total subjektiv, aber so ticken Menschen leider.
Deshalb gehen wir in dieser Anleitung für ein Corporate Design die wichtigsten Elemente durch. Ziel ist es das du einen Styleguide / Style Tiles entwickelst. Damit hast du alle wichtigen Bausteine gleich zur Hand.

1. Unternehmen

Bevor du anfängst dein Elemente zu designen stehen einige strategische Dinge an. Hast du einen Businessplan oder einen Business Model Canvas von deinem Unternehmen erstellt? Mit diesen Werkzeugen strukturierst du dein Unternehmen. Du erkennst das Problem deiner Kunden und gewinnst wertvolle Einblicke welche Kunden bei dir kaufen werden. Durch diese Positionierung kannst du deine Kommunikation besser ausrichten.

Modell der toten Mitte von Zukunftsforscher Matthias Horx
Abb: Modell der toten Mitte von Zukunftsforscher Matthias Horx

Der Kunden im Bereich Luxus / Status will anders angesprochen werden als der Discounterkunde. Überlege dir also gut in welchem Bereich du aktiv sein willst.
Mein Unternehmen sitefuchs Gmbh ist auf der linken Seiten beheimatet. Wir konzentrieren uns auf Service, Problemlösung, Zeitersparnis durch Dienstleitung rund um „Erfolgreiche Webseiten“. Unser Kunde hat in der Regel einen Adwords-Umsatz > 5000,- EUR / Monat und mehrere Angestellte.

2. Logo

In den 90er Jahren entwickelte ich meine ersten Logos. Damals mit Corel Draw. Mich faszinierten die Möglichkeiten des Tools und so bekam mein eigenes Logo schöne Verzierungen. Bei einem Bewerbungsgespräch mit diesem Briefkopf wurde mir von dem Personalchef ordentlich der Kopf gewaschen. Er kritisierte meine Schnörkel an meiner Wortmarke „Carsten Appel“. Zurecht!

Schau dir doch einmal große Unternehmen an. Haben diese Firmen komplizierte Logos? Dagegen fällt mir oft auf: Desto unbedeutender die Firmen sind, desto mehr Firlefanz ist im Logo enthalten. Ganz klarer Leitsatz zum mitschreiben: „Weniger ist mehr!“

Firmenname

Überlege dir ob du mit deiner Personenmarke oder mit einem Firmennamen starten willst. Eine Personenmarke wie „Carsten Appel“ hat Vorteile im Vertrauensaufbau. Menschen kaufen von Menschen. Wenn das Unternehmen größer wird oder du es mal verkaufen willst wird es schwierig, da alles auf deiner Person aufgebaut ist.

Logo als Wort/Bildmarke mit Slogan
Abb: Logo als Wort/Bildmarke mit Slogan

Dein Firmenname sollte einprägsam sein. Kann er das Problem direkt beschreiben? Was assoziiert dein Kunde mit dem Begriff? Teste es einfach mal mit Bekannten oder spreche fremde Menschen in einem Cafe an.

Beschäftige dich auch mit Markenrecht. Es kann sehr teuer werden wenn du unzulässig den Namen eines anderen Unternehmen nutzt. Auch Ähnlichkeiten (Aussprache / Aussehen) kann eine Verletzung der Markenrechte sein. Eine erste Recherche sollte mit einer Google Suche und im Patentamt starten. Ein Fachanwalt kann dir noch mehr Sicherheit verschaffen.

Wort / Bildmarke

Ein Logo kann auch nur ein klassischer Schriftzug deines Firmennamens sein. Das ist dann eine Wortmarke.

Wenn du noch ein Bild / Icon / Grafik hinzufügst entsteht eine Wort-Bildmarke.

3. Farben

Jede Farbe hat eine besondere Wirkung auf den Betrachter. Nutze Farbpsychologie für deine Corporate Design Anleitung um eine Marke edel oder billig wirken zu lassen.

Unsere Corporate Design Farbe bei sitefuchs ist rot. Damit signalisieren wir unsere Leidenschaft für Online Marketing. Allerdings ist Rot auch eine Signalfarbe z.B. bei Ampeln oder Verkehrsschilder.

Logo von sitefuchs
Abb: Logo von sitefuchs

Ich empfehle dir eine Primärfarbe auszuwählen. Damit wird dann dein Logo geschmückt. Zusätzlich kann es hilfreich sein weitere Farben zur Designunterstützung zu wählen. Wir nennen das dann Sekundärfarben. Achte auf eine hohe Kontrastwirkung bei den Farben untereinander.

Hilfreich sind hierbei Farbschema-Tools wie der Color-Palette-Generator von InVision. Hiermit kannst du dir passende Farben kombinieren.

Farbschema Generator zeigt passende Farbkombinationen
Abb: Farbschema Generator zeigt passende Farbkombinationen

Wir arbeiten mit einen einfachen Farbschema einer Hauptfarbe (rot) und drei Unterstützerfarben:

Farbschema bei sitefuchs
Abb: Farbschema bei sitefuchs

Farben werden im RGB System auf Bildschirmen dargestellt. Dazu nutzten wir den Hex-Code z.B. #cc1a26 um unser Rot zu definieren.

Aus diesen Farben ergeben sich alle Elemente unserer Corporate Design Anleitung auf der Homepage oder auf anderen Medien wie Instagram. Übrigens war es nicht so einfach zu unserem knalligen Rot passende Farben zu finden 🙁

4. Schriften

Grundsätzlich werden Schriften in Serifenschriften und serifenlose Schriften unterteilt. Auf Bildschirmen sind Serifenschriften oft nicht so gut lesbar, da die kleinen Schnörkel auf niedrig aufgelösten Monitoren pixelig wirken. Moderne Smartphones oder 4K Monitore lösen höher auf. So kann auch eine Serifenschrift wieder gut aussehen.

Am besten testet du das einmal für dich. Google Fonts liefert dir schöne Web-Schriften zum probieren. So kannst du auch verschiedene Schriften gegenüberstellen bzw. kombinieren.

Ich rate dir auch hier zu „weniger ist mehr“. Wähle eine Hauptschrift und ggfs. noch eine Schmuckschrift z.B. für Überschriften.

Schriftdefinition im Styleguide
Abb: Schriftdefinition im Styleguide

Bei sitefuchs ist alles ganz pragmatisch. Wir nutzen die Font Roboto – ohne Schmuckschrift.

5. Style Guide anlegen

Wenn du die wichtigsten Elemente deines Corporate Designs festgelegt hat sollte ein Style Guide erstellt werden.

Style Guide bei sitefuchs
Abb: Style Guide bei sitefuchs

Diesen Style Guide haben wir auf der Webseite hinterlegt. Er ist öffentlich zugänglich: sitefuchs Styleguide

Für andere Medien sollte dieser jetzt erweitert werden. So kann mit den Farben Hintergründe für Postings bei Instagram entstehen. Hier wird dann die festgelegte Schrift mit weiteren Elementen kombiniert.

Noch ein Tipp: Viele User verwenden Tools wie Canva oder Adobe Spark zur Erstellung von Vorlagen für Social Media Postings. Dieser Tools sind klasse und bieten tolle Möglichkeiten.
Jedoch sollte auch hier deine Corporate Design Anleitung die Grundlage sein. Prüfe jedes Posting ob die wesentlichen Elemente enthalten sind. Für eine konsistente Darstellung sollten fremde Schriften & Farben nur in Ausnahmen erlaubt sein.