Landingpage erstellen – Die komplette Anleitung für hoch konvertierende Landeseiten

Erfahre die wesentliche Schritte wie du eine Landingpage erstellst, die Anfragen, Verkäufe und SEO Sichtbarkeit liefert.

Inhalt

  • 1. Landingpage Grundlagen
  • 2. Wertversprechen
  • 3. Überzeugende Texte schreiben
  • 4. UX Nutzererfahrungen und Mobile
  • 5. Testen der Landingpage
  • 6. SEO für Landingpages
  • 7. Formulare optimieren
  • 8. Call-To-Action
  • 9. Generiere relevante Besucher
  • 10. Deine nächsten Schritte

Carsten Appel
Dein Autor dieser Landingpage erstellen Anleitung – Carsten Appel


Einleitung

In einer perfekten Welt haben wir fettiges Essen was uns schlank macht, Autos ohne Energieverbrauch und Landingpage die täglich unseren Umsatz steigern ohne das wir etwas tun müssen.

In der Wirklichkeit bringen unsere Landeseiten jedoch wenig Ergebnisse. Man kann oft von „Geld verbrennen“ sprechen. Und das obwohl wie so viel Arbeit und Geld in die neue Landingpage reinstecken. Waren die ganzen „Best Practice Anleitung“ für die Katz?

Ich habe diese Anleitung für dich geschrieben damit du nicht alle meine schmerzvollen Erfahrungen beim Erstellen von Landingpage selber machen musst. Vieles was dir die ganzen Online-Marketing Gurus erzählen stimmt nicht oder lässt sich nicht 1 zu 1 auf dein Geschäftsmodell übertragen.

Ich teile hier mit dir meine Erfahrungen aus eigenen Projekten und belege diese Landingpage Beispiele. Ausserdem zeige ich evidente Expertenmeinungen wie von Karl Kratz, Andre Morys, Backlinko, Neil Patel und vielen mehr.


1. Kapitel


Landingpage Grundlagen

Was ist eine Landingpage?

Eine Landeseite (engl. Landingpage) ist eine Webseite innerhalb der Domain die einen speziellen Zweck erfüllt. z.B. Besucher die über eine Werbekampagne gewonnen wurden in Leads (qualifizierte Kontaktanfrage) zu verwandeln.

Landingpage die über eine andere Quellen Besucher erhält
Abb: Landingpage die über eine andere Quellen Besucher erhält

Oftmals wird von „dezidierten Landingpages“ gesprochen. Das Wort dezidiert trägt die Bedeutung von „bestimmt“. Die Landingpage ist also für einen speziellen Zweck erstellt worden.

erstellte Landingpage für PKV
Abb: dezidierte Landingpage um Leads zu gewinnen

Das obere Beispiel zeigt eine erstellte Landingpage zum Thema Leadgewinnung Private Krankenkassen. Hier bekommt der User „nur“ einen Vergleich für sein Bedürfnis nach einer neuen Krankenkasse oder günstigen Tarif.

In der Regel gibt es keine Navigation oder anderen ablenkenden Elemente. Der User soll sich ganz und gar auf seine Problemlösung konzentrieren dürfen.

Allerdings sollte man immer im Blick haben, dass jede Webseite eine Landingpage ist. Schon bei der Erstellung eines Blogartikels sollte man das Problem des User im Fokus haben. So kann dann durch ein entsprechendes Response-Element (Flyin Teaser, Störer oder Exit-Popup) der User entweder auf eine dezidierte Landingpage geführt werden oder direkt auf der Artikelseite die Conversion erfolgen.

Aufgabe

Überprüfe deine stärksten Einstiegsseiten. Gibt es ein Response-Elemente für weitere Aktionen? Wir kann der Traffic dieser Landingpage besser genutzt werden?

„Best Practice“ für Landingpage

Menschen suchen immer nach dem einfachen Weg. Überschriften wie „Die 7 Schritte zur erfolgreichen Landingpage“ klingen doch auch zu gut, oder? Aber die Wahrheit ist, dass sie nicht 1 zu 1 bei dir funktionieren werden. Conversion Rate Optimierung ist kontextabhängig. Deshalb macht es auch keinen Sinn „Funnel-Hacking“ zu betreiben.

Trotzdem macht es Sinn nach Gemeinsamkeiten von erfolgreichen Landingpages zu suchen. So haben „Best Practice“ Anweisungen auch einen Sinn als Checkliste. Hier ein paar Erfahrungen aus meiner Landingpage erstellen CRO Praxis:

  • Nur nötigste Formularfelder abfragen – Um so weniger kompliziert ein Formularfeld auf den User wirkt, desto weniger Reibungsenergie baust du auf. Bei einfachen Namen + Email Felder sollte das Formular direkt zu sehen sein. Bei komplexeren Formularen macht es sinn diese nach der Salami-Taktik in kleinere Scheiben zu verpacken.
  • Kontraste für Wichtiges nutzen – Verwende kontraststarke Farben für deine Call-To-Action Elemente. Durch die höhere visuelle Hierarchie nimmt so der User diese wichtigen Teile der Landingpage besser wahr
  • Wichtiges im sichtbaren Bereich – User scrollen ungerne. Bringe daher die wichtige Botschaft und CTA Element „above the fold“ unter.
  • Nutzen von Eigenschaften – Deine Kunden wollen ihr Problem lösen und interessieren sich nicht für die technischen Details. Kommuniziere Eigenschaft immer mit Vorteil und Nutzen.
  • Bilder – Zeige Fotos die das Nutzenversprechen der Landingpage unterstützen
  • Dringlichkeit – Falls das Angebot knapp ist zeige das dem User in der Nähe deines CTA Elements. User brauchen oft einen kleinen „Schups“ 🙂

Jede Webseite verkauft. Selbst wenn es eine einfach Infosseite ist. Auch hier verkaufst du dem User mindestens deine Kompetenz oder die Bekanntschaft mit deiner (Personen)Marke.

Landingpage erstellen: Hilfreiche Tools zum Start

Damit das Landingpage erstellen leichter fällt empfehle ich dir diese drei Hilfsmittel:

  1. Landingpage mit WordPress oder Baukasten
  2. User Feedback und Analyse Tool – z.B. Hotjar für Mousetracking-Analysen, Clickmaps oder User-Umfragen
  3. Google Analytics zur Webanalyse und später für A/B Testing

In der Regel kostet das fast nichts. Hotjar z.B. liefert aktuell 100 Mousetracking Analysen kostenlos. Auch Google Analytics ist kostenlos sowie die Erweiterung Google Optimize fürs A/B Testen.

Wichtig, dass du erst einmal überhaupt startest. Es macht unglaublich viel Spaß die Landingpage zu testen und neue Erkenntnisse zu sammeln, da wir sehr schnell Daten erhalten.


2. Kapitel


Dein Wertversprechen

Das Wertversprechen (engl. Value Proposition) ist der Wert, den du deinen Kunden nach dem Kauf lieferst. Klassische Verkäufer nennen das Wertversprechen auch gerne „Nutzen“.
Gibt es Alleinstellungsmerkmale die nur dein Produkt gegenüber der Konkurrenz hat?

Value Proposition auf einer von sitefuchs erstellten Landingpage
Abb: Value Proposition auf einer von sitefuchs erstellten Landingpage


Ein gutes Wertversprechen erfüllt drei Kriterien:

  • Es ist auf den Schmerz adressiert
  • Es ist spezifisch
  • Es ist exklusiv

Dabei geht es beim Nutzerversprechen selten um das Produkt, sondern wie das Produkt das Leben deines Kunden besser macht. Aus dem Werbetexten kommt diese Formel die das gut beschreibt:
Wie du _______________________ erreichst / loswirst, ohne __________________ zu machen.

Ein gutes Wertversprechen ist gleich im sichtbaren Bereich der Webseite dargestellt, ohne dass dein User scrollen muss (above the fold).

Beim Landingpage erstellen sollte die Entwicklung eines Wertversprechen höchste Priorität. Allerdings ist es für dich nicht so einfach alle Schmerzen deiner Kunden zu erkennen. Man spricht auch vom Elfenbeinturm-Effekt. Du steckst schon so tief im Produkt, so dass du dich nur bedingt in die Sicht des Kunden einarbeiten kannst.
Hier helfen uns Marktforschungsmethoden.

Quantitative Methoden

Bei der quantitativen Forschung erfährst du das „Was“. Du erhältst eine Sichtweise was auf deiner Landingpage passiert. Die Ergebnisse sind objektiv und datenbasiert. Folgende Methoden kommen zur Anwendung:

Analytics-Analyse

Valide und signifikate Daten sind die Grundlage für Entscheidungen. Gerade durch die Einführung der Cookie-Banner und der damit verbundenen Möglichkeit Tracking abzuwählen kann die Signifikanz beeinträchtigt werden. Jedoch kann durch Conversion Optimierung auch ein Cookie Banner so gestaltet werden, dass nur sehr wenig User das Tracking abwählen.

Cookie Banner mit hoher Akzeptanz
Abb: Cookie Banner mit hoher Akzeptanz

Prüfe dass deine Landingpage schnell geladen wird (< 3 Sekunden) z.B. mit Google Pagespeed und dem Lighthouse Framework.

Differenziere nach Seitentypen – Seiten mit viel Traffic aber nur geringen Einfluss auf die Conversion Rate und Seiten die nahe an der Conversion sind wie Produkt-, Tarifauswahl oder Checkouts. Wo gibt es Probleme?

Versuche User-Segmente zu bilden. Wie verhalten sich User die schon gekauft haben gegenüber User die das erste Mal auf die Webseite kommen? Gibt es Unterschiede nach Werbekanälen?

Google Analytics - Besucher nach Kanälen segmentiert
Abb: Google Analytics – Besucher nach Kanälen segmentiert

Wie unterscheiden sich User nach verschiedenen Standorten / Bundesländern? Gibt es Unterschiede zwischen Google Ads (SEA) oder organisch gewonnenen Usern (SEO)?

Benutze für die Segmentierung auch gerne das Conversion Flywheel Model.

Heatmaps

Heatmaps zeigen durch verschiedene Farbdarstellungen die Aktivitätsrate auf einer Landingpage an. Je röter der Bereich desto intensiver das Verhalten.
Dabei gilt es zwischen Scrollmaps und Clickmaps zu unterscheiden:
Bei Scrollmaps erfährst du wie tief deine User nach unten scrollen. Somit kannst du dein Wertversprechung und Call-To-Action Elemente entsprechend sichtbar darstellen.

Clickmaps zeigen wo genau User auf der Webseite „klicken“. Somit verstehen wir besser was die User interessiert. Auch sehen welche Elemente von Usern falsch verstanden werden. So klicken User oft auf Bilder oder button-ähnliche Elemente.

Quantitative Methoden

Durch die quantitative Forschung bekommst du das „Warum“. Diese ermittelten Daten sind eher subjektiver und personenorientierter Natur.

Heuristische Analyse

Heuristik ( zu deutsch Daumenregel) ist eine erfahrungsbasierte Bewertung der Landeseite, die auf vordefinierten Conversionfaktoren basiert. z.B. das L.I.F.T. Model von Widerfunnel. Damit hast du positive Faktoren wie Relevanz und Klarheit sowie negative Faktoren wie Ängste oder Ablenkungen.

Lift-Model von Widerfunnel
Abb: Lift-Model von Widerfunnel

Sessiontracking

Eine Lieblingsmethode von mir ist Mousetracking. Hier sehe ich genau wie User mit der Landingpage agieren. Oft nutzen User den Mousezeiger sogar als Lesezeichen.
Zwar ist es etwas zeitaufwändig die Einzelsitzungen der User zu analysieren, dafür bekomme ich schnell und unverfälscht ein Bild der Nutzung. Mit Tools wie Hotjar oder Mouseflow hast du schnell Zugriff auf diese wertvollen Erfahrungen.

Umfragen auf Webseiten

Durch „Site-Surveys“ kannst du deine User befragen. Durch Einblenden eines Popups stellst du einfache Fragen. Sie helfen Reibungen der User zu identifizieren. Ein kleiner Teil der User antwortet dann. Tools wie Hotjar bieten solche Funktionen. Fragen können sein:
– Was macht es dir schwer hier zu kaufen?
– Was stört dich?

Kundenumfragen sind deutlich umfangreichen (und unbeliebter). Durch ein Popup werden User auf die Umfrage aufmerksam gemacht. Eine in Aussicht gestellte Belohnung kann die Attraktivität der Umfrage und somit die Motivation für den User steigern. Gute Umfragen sind ähnlich wie ein Videospiel gestaltet, so dass User nicht merken, dass sie eine „langweilige“ Umfrage durchführen.

Interviews

Durch klassische Befragungen des Vertriebsteam oder der Supportabteilung bekommen wir wertvolle Einblicke wo genau der Schuh bei unseren Kunden drückt.

Video-Sessions

Mittels einer Bildschirm-Aufzeichnungssoftware können vorher definierten Fragen auf der Landingpage vom Testuser beantworten werden. Leider sind diese User technisch versierter und somit auch befangener als klassische User, da sie bewusst befragt werden.

Beantworte die drei „Warums“

Konzentriere dich bei der Durchführung und Datenbewertung auf diese drei Dinge:

Zeige warum deine Landingpage Besucher nach einer Lösung suchen. Spreche noch nicht über deine Lösung. Drücke Empathie für die Probleme, Frustrationen und Träume deiner Besucher aus. Erst verstehen, dann verstanden werden.

Zeige warum die User bei dir kaufen sollen. Was machst du anders / besser als bei deinen Mitbewerbern? Warum sollen deine User dir vertrauen. Welche Beweise für den späteren Erfolg deiner Kunden hast du?

Warum kaufen die User nicht bei dir? Warum zögern sie? Wenn du die Einwände kennst kannst du sie entkräften.

Best Practice für dein einzigartiges Wertversprechen

Rich Page (Co-Autor des Klassiker von Tim Ash „Landingpage Optimierung“) empfiehlt diese 7 Punkte um ein solides Wertversprechen zu entwickeln:

  • Vermittle schnell und klar den Wert dessen, was du anbietest.
  • Erkläre, wie sich deine Dienstleistung/Ihr Produkt von dem deiner Mitbewerber unterscheidet.
  • Nenne nicht nur die Merkmale, sondern auch die Vorteile.
  • Gehe auf die wichtigsten Bedürfnisse und Schmerzpunkte der Zielgruppe ein und unterstreiche, wie dein Angebot die Lösung ist.
  • Vermeide Superlative wie „das Beste“ oder „Weltklasse“ sowie jeglichen Jargon oder Akronyme.
  • Verwende Laienausdrücke, um dein Angebot auch dem unbedarftesten Publikum zu vermitteln.
  • Verwende eine kundenzentrierte Sprache und keine unternehmenszentrierte Sprache (denke daran, dass dies NICHT dein Leitbild ist). Verzichte auf die Worte „wir“, „unser“ oder „ich“.

3. Kapitel


Überzeugende Landingpage-Texte schreiben

Werbetexten, auch Copywriting genannt ist ein weitere wichtige Eigenschaft wenn die Landingpage erstellt wird. Beim Conversion Copywriting zielen wir immer auf die Erhöhung der Conversion Rate unser Landingpage.

Wie auch beim Wertversprechen brauchen wir umfangreiches Verständnis über die Probleme, Sorgen, Nöte unserer Zielgruppe. Was lässt deine Kunden Nachts nicht schlafen?

Nehmen wir ein Beispiel aus der Diät-Werbung. Oft lauten die Werbesprüche „20 kg abnehmen“. Aber die reine Angabe vom Gewichtsverlust ist nicht emotional.
Was bedeutet konkret für den Kunden? Vielleicht kann er die Treppe wieder entspannt hochlaufen ohne total verschwitzt anzukommen. Oder er bekommt wieder Komplimente. Oder ganz krass ausgedrückt: Er kann runterschauen und sein „Ding“ wieder sehen.

Stufen des Problembewusstseins

Der US-amerikanische Autor Eugene Schwartz unterscheidet fünf Stufen des Bewusstseins möglicher Kunden. ⠀
Hier sind sie, in der Reihenfolge aufsteigenden Bewusstseins:⠀

  1. Unbewusstsein ⠀
    Der potenzielle Kunde hat noch nicht realisiert, daß er überhaupt ein Problem hat.⠀
  2. Problembewusstsein
    Der potenzielle Kunde weiß oder ahnt, daß er ein Problem hat, aber er versteht es noch nicht, bzw. kann es noch nicht beschreiben.⠀
  3. Lösungsbewusstsein
    Der potenzielle Kunde ist sich seines Problems bewusst und weiß, daß es Lösungen dafür gibt. Er weiss jedoch noch nichts von deinem spezifischen Angebot oder deiner Lösung.⠀
  4. Produktbewusstsein ⠀
    Der potenzielle Kunde kennt dein Angebot, aber wägt noch andere Optionen und Alternativen ab und hat noch nicht gekauft.⠀
  5. Maximales Bewusstsein ⠀
    Der potenzielle Kunde kauft oder hat bereits gekauft.

Versuche deinen Besucher auf seiner aktuellen Bewusstseinsstufe die Informationen zu liefern die er benötigt um seinen nächsten Schritt zu gehen.

Im Gegensatz zu Papier sind unsere Landingpages dynamisch. Wir können die Texte je nach Bewusstseinsstufe anpassen. Leider wird das in der Praxis viel zu selten gemacht.

Ein weiterer Punkt wo viel Geld verschenkt wird ist die Ich-zentrierte Kommunikation. Oft wird aus der Sicht des Produktes geschrieben. Der Kunde versteht dann oft nicht worum es geht oder weiss nicht wie das Produkt sein Leben verbessern kann.

Sozial Media Bewertungen in Foren, Produktrezensionen oder in Facebook-Gruppen helfen dir enorm dich in die Problemwelt deiner Kunden zu katapultieren. Recherchiere und notiere diese Muster. Welche Fragen, Schmerzpunkte, Frustrationen, emotionale Zitate und Einwände kommen häufiger vor? Entwickle daraus deine Botschaft-Hierarchie. Je öfter diese Muster vorkommen, desto höher sollte die Botschaft beim Landingpage erstellen priorisiert werden.

Emotional den User packen – mit PAS

Wer mit seiner Landing Page Conversions erzielen will muss den Leser emotional „packen“.
Einer der größten Fehler: Es wird aus der Sicht des Produktes geschrieben. Aber das Produkt ist dem User egal. Er will nur eine Lösung und dein Produkt ist nur ein Vehikel dazu.

Es gibt eine einfache Formel die in Texterkreisen genutzt wird: P A S – es kommt aus dem Englischen und bedeutet soviel wie Problem, Agitation (Steigerung), Solution.
Wir kommen also gleich zur Sache und vertiefen den Schmerz. So ähnlich wie ein Zahnarzt der gründlich bohrt. Stell dir vor du liegst gerade auf dem Zahnarztstuhl. Es richt nach Desinfektionsmittel. Jetzt hörst du gerade den Bohrer surren. Erst noch leise, dann kommt er immer näher und es knirscht an deinen Zähnen. Weiter will ich nicht ausholen.
Gerade wenn du in der Bildsprache das Problem vertiefend beschreibst werden Emotionen geweckt. In diesem Zahnarztbeispiel hatte ich zusätzlich noch die Sinne (Visuell, Auditiv und Kinestetik) angesprochen.

Schmerz – Was lässt deinen User nachts nicht schlafen?

Früher habe ich unsere Werbung stark auf den Begriff „Conversion Optimierung“ ausgerichtet. Aber kein Mensch braucht das. In Wirklichkeit sind es Finanzsorgen, hohe Werbekosten oder die Sorge, dass er am Ende des Monats vielleicht die Löhne nicht zahlen kann.
Unser Ziel ist es Relevanz herzustellen. Vermutlich kam unser User über ein Werbemittel (SEO, SEA, Facebook Anzeige, usw) auf unsere Landingpage.
Damit der User weiss, dass er hier richtig ist braucht er an prominenter Stelle z.B. mit einer H1 Überschrift einen Satz der ihn „catcht“.
Angenommen du verkaufst ein Diätprogramm
Du kannst nun schreiben:
„Zwickt die Hose etwas?“
„9 von 10 Diätern scheitern und wiegen danach mehr als vorher“.

Qual – dreh das Messer tiefer in die Wunde

Beschreibe nun was passiert wenn er nicht handelt. Wie wird sich das Leben verändern wenn sich die Freunde abwenden oder der Freund sich nach Anderen umdreht.
Aber Vorsicht: Übertreibe es nicht mit der „Folter“. Beginne mit der Überleitung und lasse die Sonne wieder aus den Wolken heraus.

Medizin – das Wundermittel gegen die Schmerzen

Beschreibe die deine Lösung die den Kummer und Sorgen vertreibt. Du kannst nun genauer auf die einzelnen Bestandteile deines Produktes eingehen und aus der Nutzensicht für den User erläutern.

Daten strukturieren

Wenn diese Informationen zusammengetragen wurde geht es weiter zum Wireframing. Mit diesen Drahgerüstmodellen der Landingpage entwickeln wir die grobe Stuktur der neunen Landeseite.


4. Kapitel


UX Nutzererfahrungen und Mobile

Was ist Benutzererfahrung (UX)?

User Experience ist das Erlebnis deins Users auf deiner Landing Page / Website. Macht es Spaß, ist es einfach und intuitiv zu bedienen?

UX funktioniert unterbewusst. Du merkst schlechte UX schnell an höheren Absprungraten, geringer Verweildauer oder (am schlimmsten) unterdurchschnittlichen Conversion Rates.

Wichtig für gute UX sind u.a.:

  • Ladezeit: Lädt deine Seite die Elemente schnell? In 2-3 Sekunden sollte alles kontinuierlich aufgebaut sein
  • Reibung: Wirkt bei dir alles einfach und einladend? Gibt es unnötige Schritte? Wirkt etwas kompliziert?
  • Icons: Sind die Icons verständlich und passend beschriftet?
  • Mobile: Wie gut funktioniert die Landeseite auf einem Smartphone oder Tablet.

Design folgt Funktion

Das werden selbstverliebte Webdesigner nicht lesen wollen, aber Funktion steht über allem – Keine Funktion, Keine Conversions.
Designtrends wie Parallax-Verschiebungen, Bildslider, Geister-Buttons wirken nett, jedoch bringen sie auch Probleme mit. Die Folge sind längere Ladezeiten oder dass die User Buttons nicht mehr als Buttons wahrnehmen. Auch steigt der Ablenkungsfaktor.

Design wird meistens überbewertet. Schau dir die stärksten e-Commerce Seiten wie Ebay oder Amazon an. Erhalten sie ein Designpreis? Aber dort findet der User die gewünschten Informationen klar und gut strukturiert.

Mobile first?

Smartphone User sind in der Regel unterwegs. Sie überbrücken Wartezeit oder fahren gerade im Bus.
Seien wir mal realistisch: Spaß macht mobiles Surfen nur bedingt. Willst du deine nächsten Urlaubsreise mit dem Smartphone recherchieren oder lieber bequem am Desktop Rechner?

Buch-Tipp
Das UX Playbook for Lead Gen von Google beschreibt mit vielen Beispielen wie Leadgewinnung auf mobilen Geräten funktionieren kann.

Deshalb empfehle ich das Surferlebnis auf das jeweilige Umfeld des Users anzupassen. Es macht Sinn die Inhalte für mobile User anders zu verpacken und es ihm so einfach wie möglich zu machen wie z.B.:

  • Formulare: Nutze die passende Tastatur für Eingaben durch Nutzung der richtigen HTML Attribute beim input-Tag
  • Ladezeit: Oft ist mobiles Surfen langsamer durch schlechten Empfang. Kompakter Code, optimierte Bilder helfen die Ladezeit zu minimieren
  • Checkout: Speichere die Warenkörbe, so dass der User später auf dem Desktop die Bestellung bequem fortsetzen kann
  • Bezahlung: Nutze mobile Bezahlmethoden um den User die Eingabe einer langen IBAN zu ersparen
  • Reduzierung: Weniger ist mehr für mobile Nutzer. Vermeide lange Tablisten und nutze aufklappbare Elemente.
  • CTA: Stelle sicher, dass der User die wichtigsten Aktions-Elemente mit dem Daumen erreichen kann

5. Kapitel


Landingpage Test

Aus meiner Erfahrung wird noch zu wenig getestet. Gerade bei kleinen und mittelständigen Unternehmen sieht man, dass einfach Dinge implementiert werden. Dabei ist es doch technisch sehr einfach mittels A/B Testing im Vorfeld Erfahrungen zu sammeln. Testtools wie Google Optimize sind kostenlos und sehr einfach einzurichten.

Sorge für ausreichend Besucher

A/B Testen steht und fällt mit Signifikanz. Aus der Statistik wissen wir, dass eine Aussage nur valide ist wenn die nötige Signifikanz erreicht wurde. Dazu ist Traffic in Form von relevanten Website-Besuchern notwendig.

Gerade bei B2B Seiten ist das oft ein Problem. Hier haben wir meistens eine geringes Suchnachfrage. Um genug Daten zu sammeln muss der Test über Wochen und Monate laufen.

Je länger ein Test läuft, desto anfälliger ist er für Stichprobenverunreinigungen, die sich auf verschiedene Weise bemerkbar machen können.
Unter Stichprobenverunreinigungen versteht man die verschiedenen externen Faktoren, die unseren A/B Tests beeinflussen und zu ungültigen oder verfälschten Daten führen. Je länger ein Test läuft, desto wahrscheinlicher ist es, dass er von folgenden Faktoren beeinflusst wird:

  • technische Probleme,
  • Feiertage,
  • neue Werbekampagnen,
  • Besucher, die über verschiedene Geräte und Browser ankommen,
  • Besucher, die Cookies löschen (und damit möglicherweise den Test in einer anderen Variante erneut betreten), usw.

Unsere Erfahrungen zeigen, dass ein Test 2-4 Wochen dauern sollte um die nötigen Besuchern einzusammeln.

Test Ablauf

Conversion Cycle nach Nils Kattau
Abb: Conversion Cycle nach Nils Kattau

Nach dem Test ist vor dem Test. Die Frage ist jedoch wie weit du die Testwut treiben solltest. Oft kann man nach dem Pareto-Prinzip (20% des Aufwands bringen 80% des Ergebnisses) arbeiten.